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Bierschinken: Alles über die Brühwurst-Spezialität

Bierschinken
Ob als Klassiker zur Brotzeit oder deftiges Extra für Eintöpfe – Bierschinken gehört zu den beliebtesten Fleischwaren überhaupt. Was viele nicht wissen: Es handelt sich weder um einen waschechten Schinken, noch steckt Bier drin. Neugierig? Hier gibt’s alle Infos!

Was genau ist Bierschinken?

Bei Bierschinken handelt es sich um eine Brühwurst, die auf Basis von feiner Brätmasse aus Schweinefleisch hergestellt wird. Charakteristisch sind eine grobe Einlage aus magerem Schinkenfleisch, eine zartrosa Farbe und eine feine Textur mit leichtem Biss.  

Der Geschmack von Bierschinken ist leicht salzig, herzhaft und wird teilweise von einer leichten Rauchnote begleitet.  

Gut zu wissen

Anders als sein Name vermuten lässt, enthält Bierschinken in der Regel keinen Alkohol. Die Bezeichnung rührt eher von der traditionellen Darreichungsform her: Bierschinken wird gern gemeinsam mit Bier serviert – etwa beim zünftigen Vesperbrett oder der herzhaften Wurstplatte.  

Auch der Begriff „echter Bierschinken“ lässt daher nicht auf den Einsatz des Hopfensaftes schließen. Er dient vielmehr als Hinweis auf die Verwendung von traditionellen Zutaten sowie Herstellungsprozessen und soll hohe Qualität vermitteln.  

Zutaten für Bierschinken

Klassischer Bierschinken enthält folgende Bestandteile:  

Schweinefleisch: Mageres Schweinefleisch für die Brätmasse und Schinkenfleisch für die Einlage. 

  • Speck: Sorgt für Saftigkeit und Geschmack in der Wurstmasse. 
  • Trinkwasser oder Eis: Dient als Bindemittel im Brät und zur Kühlung während des Kutterns. 
  • Pökelsalz: Für die Konservierung, die typische rote Farbe und den Geschmack. Auch bekannt als Nitritpökelsalz (eine Mischung aus Kochsalz und Natriumnitrit oder Natriumnitrat). 
  • Gewürze/Gewürzextrakte: Klassische Aromageber sind Pfeffer, Koriander, Muskat, seltener auch Paprika oder Ingwer. Hinzu kommt in der Regel Speisesalz.  
  • Stabilisatoren, Emulgatoren, Antioxidationsmittel, Konservierungsstoffe: Sie werden zur Verbesserung der Konsistenz und Haltbarkeit sowie zum Farberhalt eingesetzt. Einige der häufigsten Zusätze: E450 (Phosphate), E452 (Polyphosphate), E300 (Ascorbinsäure), E316 (Natriumisoascorbat).  
  • Weitere mögliche Zutaten: Zucker, Dextrose, Geschmacksverstärker.  

Gut zu wissen

Gerade günstigere Wurstprodukte enthalten oft Geschmacksverstärker wie Glutamat (E621). Wer sie meiden möchte, sollte einen kurzen Zutaten-Check auf der Verpackung machen. Das gilt übrigens auch bei bestimmten Allergien und Unverträglichkeiten: Bierschinken kann Laktose, Senf und Sellerie enthalten.

Bierschinken-Varianten

Neben Produkten mit klassischer Zusammensetzung gibt es auf dem Markt Varianten mit weiteren Zutaten. Beim Käsebierschinken werden zusätzlich Käsewürfel unter das Grundbrätgehoben. Pfefferbierschinken enthält ganze grüne Pfefferkörner, dadurch einen besonders würzigen Geschmack und Extrabiss. Für Geflügelbierschinken wird das Schweinefleisch durch Pute und Hähnchen ersetzt. Ebenso kann man diese Wurstsorte aus Rindfleisch machen.   

Herstellung von Bierschinken

Für die Bierschinkenherstellung werden zunächst Fleisch und Speck zerkleinert, anschließend mit Eis oder Trinkwasser im Kutter zu feinem Brät verarbeitet, dabei mit Gewürzen und Nitritpökelsalzversetzt. Hier werden auch Konservierungsstoffe, Antioxidationsmittel, Stabilisatoren, Emulgatoren, ggf. Geschmacksverstärker und andere Zusätze wie Zucker, Dextrose oder Speisesalz beigemischt.  

Im nächsten Schritt werden die gegarten Schinkenwürfel unter die Wurstmasse gehoben. Dabei ist es wichtig, dass die Stücke nicht zerkleinert werden, damit später die typische Marmorierung in der Wurst entstehen kann.  

Die fertige Bierschinkenmasse wird in Kunstdärme oder Naturdärme gefüllt und gekocht (gebrüht). Danach folgt in einigen Fällen noch eine kalte oder warme Räucherung

Bierschinken im Vergleich

Obwohl viele Ähnlichkeiten zu anderen Wurstarten bestehen, ist Bierschinken ein echtes Unikat – und unterscheidet sich in kleinen Details von Fleischwurst, Jagdwurst, Schinkenwurst & Co. Diese Merkmale sind ausschlaggebend:  

  • Jagdwurst hat eine gröbere Struktur und ist meist kräftiger gewürzt als Bierschinken.  
  • Fleischwurst enthält keine sichtbaren Schinkenstücke, sondern zeichnet sich durch eine homogene, helle Masse aus.  
  • Schinkenwurst ist dem Bierschinken sehr ähnlich. Der Schinkenanteil ist aber meist höher, die Struktur dadurch etwas rustikaler.  
  • Bierwurst wird tatsächlich mit etwas Bier abgeschmeckt. Sie ist würzig und leicht säuerlich und enthält keine sichtbaren Schinkenstücke. Es gibt schnittfeste und streichfähige Varianten.   
  • Kochschinken ist ein aus einem ganzen oder Teilen des Schinkens hergestelltes Fleischerzeugnis, das gekocht und meist geschnitten wird. Es ist im Gegensatz zum Bierschinken ein reines Fleischprodukt ohne Brätanteil. 

Bierschinken: Einsatzmöglichkeiten in der Küche

Viele kennen und lieben die würzige Wurstspezialität als Brotbelag. Besonders gut schmeckt sie mit Senf, Radieschen, Kresse und Gewürzgurken auf kernigem Vollkornbrot oder krossem Bauernbrot.  

Aber es steckt noch mehr in Bierschinken: In Streifen oder Würfel geschnitten verleiht er Kartoffel- und Nudelsalaten eine herzhafte Note und eignet sich außerdem hervorragend als Basis für deftige Wurstsalate.  

Kleine Bierschinkenröllchen mit Frischkäsefüllung oder Wurstspieße mit Käse und Trauben sind das perfekte Fingerfood für die nächste Party. In der warmen Küche tummelt sich die Brühwurst besonders gern in Suppen, Eintöpfen und Aufläufen.  Sie eignet sich aber auch sehr gut für schnelle Eierspeisen.

Grundsätzlich kann man Bierschinken überall dort verwenden, wo normalerweise andere Brühwurstsorten oder gepökeltes Fleisch zum Einsatz kommen.  

Bierschinken kaufen

Die leckere Wurst kann man in einer Metzgerei oder an der Fleischtheke des Supermarkts häufig am Stück kaufen. Im Kühlregal findet man bereits in Scheiben geschnittene Varianten. Teilweise wird Bierschinken auch in Dosen als haltbares Produkt angeboten. Besonders bequem: Wer keine Zeit für eine kulinarische Shoppingtour hat, kann das Wurstprodukt ganz bequem im Internet bestellen.  

Ist Bierschinken gesund?

Das verwendete Fleisch liefert tierisches Protein, das gut sättigt und unter anderem für den Muskelaufbau nützlich ist. Zudem liefert es Vitamin B12, das zu einem normalen Energiestoffwechsel und einer normalen Funktion des Nervensystems beiträgt.  

Als Superfood geht Bierschinken deswegen leider nicht durch. Besonders der hohe Gehalt an tierischen Fettsäuren und Salz gilt aus gesundheitlicher Sicht als unvorteilhaft. Er sollte daher nur maßvoll und als Teil einer ansonsten ausgewogenen, bunten Ernährung genossen werden.  

Bierschinken: Kalorien und Nährwerte 

 

Nährwert pro 100 g 

 

Kalorien 180 kcal 
Fett 12 g 
Kohlenhydrate 0,1 g 
Eiweiß 18 g 
Ballaststoffe 0 g 

 

Darf man Bierschinken in der Schwangerschaft essen?

Da es sich um ein durchgegartes Fleischerzeugnis handelt, ist der Verzehr für Schwangere und Stillende in der Regel ungefährlich. Dennoch ist es immer ratsam, auf eine einwandfreie Hygiene zu achten und frische Ware aus vertrauenswürdigen Quellen (Metzgereien/Supermärkte) zu beziehen. Offene Wurstwaren aus der Theke sollte man zeitnah verzehren. Lange gelagerte Produkte oder solche, die das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) überschritten haben, sollten sicherheitshalber gemieden werden.  

 

Rezepte, in denen Bierschinken schmeckt